EdingCNC Z Nullpunkt

  • Hallo zusammen,


    ich verwende jetzt schon seit einigen Wochen meine Eigenbau Fräse mit EdingCNC und dem Sorotec Standard Macro.

    Jedoch habe ich folgendes Problem:


    Wenn ich die Maschine neu referenziere(oder ausschalte und dann sowieso referenzieren muss), und danach direkt ein neues Werkzeug einspanne, ist der Z Nullpunkt um die Differenz zwischen dem neuen und dem alten Werkzeug verschoben, obwohl ich das neue Werkzeug vermessen habe.

    Wenn ich das alte, noch eingespannte Werkzeug nach dem Homing erst messe bevor ich das neue einspanne, habe ich das Problem nicht.


    Mach ich irgendwas falsch?

    Das kann ja eigentlich nicht im Sinne des Erfinders sein.


    Danke schonmal.


    LG Luis

  • Hallo Louis,

    das Verhalten, das du beschreibst, ist tatsächlich kein Fehler in EdingCNC oder dem Sorotec-Makro, sondern liegt an der Logik der Werkzeuglängenmessung (WLM) bei Verwendung eines mobilen Tasters. Ich bin da anfangs auch drüber gestolpert.

    Der Hintergrund:

    Das Makro arbeitet bei der WLM in der Regel mit einer Differenzmessung. Das System speichert nicht die absolute Länge des Werkzeugs, sondern berechnet beim Wechseln den Längenunterschied zwischen dem "alten" und dem "neuen" Fräser und korrigiert den Z-Nullpunkt entsprechend.

    Das Problem beim Neustart:

    Wenn du die Maschine ausschaltest und neu referenzierst, weiß EdingCNC zwar noch, wo dein Werkstück-Nullpunkt (G54) liegt, aber der Bezug zum aktuell eingespannten Werkzeug geht verloren (bzw. ist nicht validiert).

    Wenn du jetzt direkt ein neues Werkzeug einspannst und vermisst, fehlt dem Makro der Referenzwert des alten Werkzeugs, um die Differenz korrekt zu berechnen. Das Ergebnis: Der Z-Nullpunkt verschiebt sich um einen scheinbar willkürlichen Wert (die Differenz zwischen der angenommenen und der realen Länge).

    Die Lösung (Der richtige Workflow):

    Wenn du einen gespeicherten Z-Nullpunkt vom Vortag (oder vor dem Ausschalten) weiterverwenden willst, musst du zwingend diese Reihenfolge einhalten:

    1. Maschine referenzieren (Homing).

    2. Das noch eingespannte (alte) Werkzeug vermessen. (Damit sagst du der Steuerung: "Dieses Werkzeug gehört zum aktuellen Z-Nullpunkt").

    3. Erst jetzt Werkzeug wechseln.

    4. Neues Werkzeug vermessen.

    Nur so kann das Makro den Längenunterschied korrekt verrechnen und den Z-Nullpunkt automatisch anpassen.

    Alternativ: Wenn der alte Nullpunkt egal ist, einfach nach dem Referenzieren und Werkzeugwechsel den Z-Nullpunkt am Werkstück manuell neu antasten.

    Hoffe, das hilft dir weiter!

    Grüße,

    Daniel

  • Hallo Daniel,


    vielen Dank für die Erklärung!

    Ich verwende den WLS nicht mobil, sondern fest am Tisch montiert. Z-Null setze ich per 3D Taster.

    Das funktioniert auch bis auf dieses eine, beschriebene Thema.


    Könnte ich das ganze auch umgehen indem ich die Zeile:


    #3501 = 0 ; INIT - Werkzeug noch nicht Vermessen


    Einfach am Anfang von home_all rauslösche?


    Ich denke mal genau dort entsteht der "Fehler" (der scheinbar keiner ist)

    Oder hol ich mir damit dann ein anderes Problem?


    Weil ich es garantiert noch öfter vergessen werde und mir dann jedes mal einen Fräser und das Teil zerballer.


    Der unqualifizierte Vorschlag von ChatGPT war es die Zeilen:


    #4501 = 0 ; Werkzeuglänge vergessen

    #4502 = 0

    #5008 = 0 ; aktives Werkzeug unbekannt


    Am Anfang von home_all einzufügen. Keine ahnung ob das Sinn ergibt.

  • danke für die Infos zu deinem Setup (fester WLS am Tisch). Dass du den fest montiert hast, macht die Sache komfortabler, ändert aber nichts an der grundlegenden Logik, wie EdingCNC beim Neustart "denkt".

    Zu deiner Idee mit dem Löschen der Zeile #3501 = 0 in der home_all:

    Tu das bitte auf keinen Fall!

    Ich erkläre dir kurz, warum das eine "Crash-Garantie" ist: Die Variable #3501 ist der Merker für "Werkzeug ist vermessen". Beim Homing (also meist nach dem Einschalten) wird diese Variable absichtlich auf 0 gesetzt. Das ist eine Sicherheitsfunktion.

    Das Szenario, wenn du die Zeile löschst:

    1. Du fräst heute mit einem langen Bohrer.
    2. Du schaltest die Maschine aus (Variable #3501 bleibt im Speicher vielleicht auf 1/Wahr).
    3. Während die Maschine aus ist, nimmst du den Bohrer raus und spannst einen kurzen Fräser ein (oder gar kein Werkzeug).
    4. Du schaltest morgen ein und referenzierst. Weil du die Zeile gelöscht hast, denkt die Maschine immer noch: "Ich kenne das Werkzeug, es ist der lange Bohrer."
    5. Du startest ein Programm oder machst einen Werkzeugwechsel. Die Maschine verrechnet die Z-Höhe mit der Länge des alten Bohrers, obwohl der kurze Fräser drin ist.
    6. Ergebnis: Die Spindel rauscht im Eilgang in deinen Tisch oder Schraubstock, weil die Z-Höhe massiv falsch berechnet wird.

    Das home_all dient quasi als "Gehirnwäsche" für die Steuerung, damit sie nichts annimmt, was sie nicht sicher wissen kann. Nach einem Neustart kann die Maschine physikalisch nicht wissen, ob du das Werkzeug gewechselt hast, während der Strom weg war. Deshalb zwingt sie dich zur Neu-Messung.

    Zu dem ChatGPT-Vorschlag: Den kannst du getrost ignorieren. 😉 Die Befehle #4501 = 0 usw. setzen Variablen explizit auf Null. Das würde genau das Gegenteil von dem bewirken, was du willst (es würde das Gedächtnis der Maschine noch gründlicher löschen). Das hilft dir bei deinem Problem überhaupt nicht weiter.

    Fazit: Der einzige sichere Weg bei deinem Setup bleibt tatsächlich: Nach dem Homing kurz das alte (noch eingespannte) Werkzeug vermessen. Damit synchronisierst du die Software wieder mit der Realität. Erst dann wechseln. Das ist zwar ein nerviger Handgriff mehr, aber er rettet dir im Zweifel den Taster oder die Spindel.

    Grüße, Daniel

  • Das verhalten das du beschreibst, wenn ich #3501=0 lösche, habe ich aktuell MIT #3501=0 auch.


    Wenn ich so vorgehen würde:


    1. Ich arbeite mit einem langen Bohrer.

    2. Ich schalte die Maschine aus.

    3. Ich spanne den Bohrer aus und spanne einen kurzen Fräser ein.

    4. Ich schalte die Maschine ein und referenziere.

    5. Ich starte das Programm und am Anfang wird der kurze Fräser vermessen.


    Ergebnis: Ich fräse in der Luft.


    Wenn ich das ganze umdrehen würde, also ich arbeite erst mit dem kurzen Fräser und dann mit dem langen Bohrer:

    Ergebnis: G0 Crash in den Tisch/Werkstück/Schraubstock.


    So habe ich mir heute erst einen Rückwärtsentgrater abgerissen.


    Meiner Meinung nach wäre es kein Problem #3501=0 zu löschen weil das neu eingespannte Werkzeug eine andere T Nummer hat und die Maschine mich daher dazu zwingt es zu vermessen.

    Das wäre nur dann ein Problem wenn das Programm mit der gleichen T Nummer anfängt wie das Werkzeug das in der Spindel ist und die Maschine meint die Länge zu kennen, obwohl ich sie zwischenzeitlich geändert haben könnte.

    Das Szenario ist mit meinem Workflow extrem unwahrscheinlich.

  • Moin,

    interessantes Thema, da auch ich ja mit EdingCNC arbeite..


    Was ist denn wenn man vor dem Ausschalten auf Werkzeug „T0“ wechselt?

    Dann weiß die Maschine doch das sie kein Werkzeug hat und somit auch nicht wo der Z-Nullpunkt ist, und weiter müsste ich egal welches Werkzeug, erst die Vermessung stattfinden…


    Oder habe ich da einen Denkfehler?

    Gruß Frank


    Plus auf Masse, das knallt KLASSE !!

  • Hallo,

    Da meine Zeit gerade ein wenig Eng ist, habe ich jetzt nicht alles durchgelesen.

    Aber zur Info:

    Der vorgesehene Workflow mit dem Sorotec Macro ist folgendermaßen:


    Maschine einschalten

    Referenzieren

    Werkzeug vermessen

    Z-Nullpunkt vermessen


    Mit diesem Workflow funktioniert das ganze seit vielen Jahren.


    Grüsse

    Roy

  • Das habe ich tatsächlich noch nicht ausprobiert.
    Werde ich demnächst mal testen.

  • Hallo Roy,


    Der Punkt ist eben dass ich nach dem einschalten den Z Nullpunkt nicht neu vermessen möchte, da ich Teile auf Serie fertige und sowieso alles gleich bleibt.

    Ich finde es als Bediener von Industriellen Maschinen persönlich sehr unintuitiv dass man nach dem Einschalten das alte Werkzeug, mit dem das neue Programm eventuell nichts zutun hat, nochmal vermessen muss damit der Z Nullpunkt bleibt wo er vor dem referenzieren/ausschalten war.


    Lg

  • Der vorgesehene Workflow mit dem Sorotec Macro ist folgendermaßen:


    Maschine einschalten

    Referenzieren

    Werkzeug vermessen

    Z-Nullpunkt vermessen

    Wenn ich einen Nullpunkt (X, Y) mit dem 3D Taster ermitteln möchte, wo käme der Schritt hin? Zwischen Referenzieren und Werkzeug vermessen, oder?

    Gruß Frank


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  • Wir haben den weg des Neuvermessens gewählt, da bei der Vielzahl an Usern mit unterschiedlichsten Arbeitsweisen es uns zu Unsicher war das nicht zwischendurch das Werkzeug gewechselt wurde.

    Im Grunde müsste man das Macro auch anpassen können das es ohne Neuvermessung auskommt. Hierzu muss aber geprüft werden ob die abgelegten Werte nach dem Aus und wiedereinschalten gespeichert bleiben. Habe da noch was in Erinnerung das dies nicht immer zuverlässig war. Ist aber viele Jahre her das ich das programmiert habe ...

  • Wenn ich einen Nullpunkt (X, Y) mit dem 3D Taster ermitteln möchte, wo käme der Schritt hin? Zwischen Referenzieren und Werkzeug vermessen, oder?

    Kann jederzeit nach dem Referenzieren gemacht werden.

    Ich würde es aber aus Gewohnheit erst nach dem Werkzeugvermessen machen

  • Ich würde es aber aus Gewohnheit erst nach dem Werkzeugvermessen machen

    Quasi so:

    Maschine einschalten

    Referenzieren

    Werkzeug vermessen

    Wechsel auf 3D Taster

    Wechsel zurück

    Z-Nullpunkt vermessen


    Da ich ja dann 2x das Werkzeug einspannen müsste, würde ich eher andersherum machen

    Gruß Frank


    Plus auf Masse, das knallt KLASSE !!

  • Ich vermesse den Z Nullpunkt auch mit dem 3D Taster.


    Ich bekomme für den Z Nullpunkt in der Offset Tabelle immer einen total komischen Wert raus, meistens sehr klein und im plus Bereich. 70 zum Beispiel.


    Wie kommt dieser Wert zustande?


    Ich würde da eher sowas wie zb. -180 erwarten weil mein Werkstück-Nullpunkt 180mm unter dem Maschinennullpunkt liegt.

  • Ich messe den 3D Taster einfach wie jedes andere Werkzeug auf dem WZL und trage den gemessenen Wert dann in die entsprechende Variable ein, das ist #4545 in dem Fall des 3D Finder Macros. Das funktioniert bei mir ziemlich gut da die Messkraft des 3D Tasters in Z deutlich größer ist das die des WZL.

    Ist natürlich etwas nervig deshalb möchte ich es demnächst mal ausprobieren den Taster einfach in eine Spannzange einzukleben.

    Die Überwurfmutter muss dann natürlich dran bleiben.

  • Ich, wir ( hth), überlegen ihn fest neben der Spindel zu montieren (mit einer Linearschine oder so, und bei Gebrauch ihn von Hand runter auf „Arbeitsstellung“ zu fahren…

    Gruß Frank


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  • Ich messe den 3D Taster einfach wie jedes andere Werkzeug auf dem WZL und trage den gemessenen Wert dann in die entsprechende Variable ein, das ist #4545 in dem Fall des 3D Finder Macros. Das funktioniert bei mir ziemlich gut da die Messkraft des 3D Tasters in Z deutlich größer ist das die des WZL.

    Das machst du jedesmal wenn du den 3D Taster eingespannt/eingewechselt hast?


    Magst Du mal Deinen Workflow hier auflisten?





    Ist natürlich etwas nervig deshalb möchte ich es demnächst mal ausprobieren den Taster einfach in eine Spannzange einzukleben

    Das würde ja auch entfallen, mit einem fest montierten 3D-Finder ….


    Steh gerade nur auf dem Schlauch, zwecks „Z0“ ….

    Gruß Frank


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    Edited 2 times, last by mightyeasy ().

  • Das machst du jedesmal wenn du den 3D Taster eingespannt/eingewechselt hast?

    Ja.

    Wie gesagt, mich persönlich nervt das etwas deshalb möchte ich probieren den Taster in eine Spannzange einzukleben.


    Alternativ könnte man auch eine Schrumpfspannzange verwenden, insofern der Schaft des Tasters die richtige Toleranz hat.


    Schrumpfspannzangen sind auch ziemlich teuer und schwer zu bekommen.


    Magst Du mal Deinen Workflow hier auflisten?

    - Maschine einschalten

    - Referenzfahrt

    - Taster einspannen und anschließen

    - Werkzeug auf Werkzeuglängensensor messen (Hierbei darf die aktive Werkzeugnummer nicht 99 sein, ansonsten mit "Werkzeugmanipulation" ändern)


    Die gemessene Länge wird jetzt im MDI angezeigt


    - Im MDI eingeben: #4545= (gemessene Länge, bei mir meist 55,xxx)

    - Taster über einer Ecke des Werkstücks positionieren

    - Messfunktion 5 = Werkstück-Ecke

    - Passende Nummer für Ecke angeben


    Jetzt wird X, Y und Z angetastet und der Offset dementsprechend gespeichert.


    - Taster ausspannen

    - Programm starten

    - Maschine fährt auf WZW Position

    - Fräser einspannen

    - Soll Werkzeug gemessen werden? "Ja" klicken

    - Werkzeug wird gemessen

    - Losfräsen


    Standardmäßig ist es mit dem 3D Finder Makro nicht möglich Z einzeln anzutasten.

    Weil ich manchmal den XY Nullpunkt in einer Bohrung antasten möchte, habe ich das Makro leicht abgeändert, um das möglich zu machen.


    Das würde ja auch entfallen, mit einem fest montierten 3D-Finder …

    Ja, das entfällt dann, solange die Mechanik die den 3D Taster ausfährt ausreichend wiederholgenau ist.

    Der in #4545 gespeicherte Wert wird dauerhaft gespeichert.

  • Hallo Luis,


    erstmal mega Dank für Deine Rückmeldung...


    Leider war das Wochenende wieder schneller vorbei als einem lieb ist, werde es die Tage mal testen und dann eine Rückmeldung geben ...


    Standardmäßig ist es mit dem 3D Finder Makro nicht möglich Z einzeln anzutasten.

    Weil ich manchmal den XY Nullpunkt in einer Bohrung antasten möchte, habe ich das Makro leicht abgeändert, um das möglich zu machen.

    Was hast Du denn da geändert ...? Bin immer neugierig wenn es was neue gibt ... ;-)

    Gruß Frank


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